Entwurfsgeschichte

13Eighty: was die Löcher einem Kunststoffstuhl geben

Ein Loch kann ein Stuhldetail sein oder zur Hauptidee des Stuhls werden. Bei 13Eighty verändern Scholten & Baijings mit vielen kleinen Perforationen Aussehen, Berührung und das Verhältnis der Kunststoffschale zum Regen. Abwesenheit wird zur Materialentscheidung.

Hellblaue perforierte Schale auf schlankem Vierbeingestell mit Licht durch kleine Öffnungen.
PatinaHall editorial reconstruction. It is not a documentary photograph. Redaktionelle Rekonstruktion, kein dokumentarisches Foto. Kleine Öffnungen machen Textur und Transparenz einer Schale zum Teil des Erscheinungsbildes des Stuhls.
Auf dieser Seite
Kernfakten und Erkenntnisse

Auf einen Blick

Thema
13Eighty chair
Artikeltyp
Entwurfsgeschichte
Zuletzt geprüft
26. Oktober 2026

Drei Dinge, die du behalten solltest

  1. Die unterschiedlich großen Perforationen verändern die visuelle Textur der Schale.
  2. HAY beschreibt das Anpassen der Löcher als Teil der Entwicklung von Flexibilität und Komfort.
  3. Der Entwicklungszeitraum des Studios und das Datum von HAYs späterem Artikel sind verschiedene Fakten.

Mit dem Fehlenden beginnen

Ein Kunststoffstuhl kann dem Raum eine große, durchgehende Fläche zeigen. 13Eighty zerlegt diese Fläche in ein Muster aus Material und Öffnungen. Die Schale bleibt erkennbar, verlangt vom Auge aber nicht mehr, Kunststoff als ununterbrochene Ebene zu lesen.

Scholten & Baijings’ Werkverzeichnis datiert das Projekt auf 2014–2017 und nennt HAY als Auftraggeber. Es beschreibt mehr als 1300 Perforationen und Versionen mit und ohne Armlehnen auf pulverbeschichteten Stahlgestellen.1

Die Löcher sind damit ein ordnendes Merkmal der gesamten Schale. Ihre Wiederholung gehört zum Charakter des Stuhls und ist kein kleines Zubehör, das erst nach Festlegung der Gesamtform hinzukam.

Eine Schale lässt den Raum hindurchscheinen

Das Studio beschreibt Transparenz und ein Spiel von Licht und Schatten. Öffnungen lassen den Hintergrund an der Fläche mitwirken: Eine Schale kann ihre Kontur behalten und zugleich optisch weniger durchgehend erscheinen.1

Auch die Größenunterschiede zählen. Ein wiederholtes Loch ist ein einfaches Element, doch Variation kann das Muster über den Kunststoff wandern lassen. Was aus der Ferne gleichmäßig aussieht, gewinnt aus der Nähe einen anderen Rhythmus.

Zwei Flächen lassen sich verfolgen: die geformte Schale selbst und das wechselnde Feld ihrer Perforationen. Licht kann das zweite besonders sichtbar machen und die Lücken in ein Muster aus hellen Punkten oder Schatten verwandeln.

Eine Schale und vergrößerte variable Perforationen erklären Textur, Licht und Wasserablauf konzeptuell.
Eine Schale und vergrößerte variable Perforationen erklären Textur, Licht und Wasserablauf konzeptuell. Eigenes Schaubild, nicht maßstabsgetreu. Original PatinaHall schematic, not to scale.

Die Löcher gehen in die Entwicklung ein

HAYs Bericht nennt Stefan Scholten und Carole Baijings und beschreibt zwei Jahre des Anpassens der Löcher. Nach Darstellung des Herstellers ging es darum, Flexibilität und Komfort zu entwickeln und zugleich die Haltbarkeit des Stuhls zu erhalten.2

In diesem Bericht ist Perforation mehr als eine grafische Entscheidung. Material zu entfernen verändert auch die Frage an die Schale. Die Entwicklung verbindet das Aussehen damit, wie der Stuhl einem Körper begegnen könnte.

Ein Muster hat eine Alltagsaufgabe

Das Studio gibt den Löchern noch eine Aufgabe: Bei Nutzung im Freien soll Regenwasser ablaufen können. Dieselben Öffnungen, die eine visuelle Textur bilden, behandeln auch die Frage, was geschieht, wenn Wasser auf eine Sitzfläche trifft.1

Keine Lesart muss die anderen aufheben. Schauen Sie durch die Schale, folgen Sie dem Muster oder stellen Sie sich den Abfluss des Regens vor. 13Eighty lässt viele kleine Abwesenheiten zu einer klaren Entwurfsidee zusammenfinden.

RecherchenotizenBelege, Zusammenhänge und Grenzen

Studio und HAY liefern den Entwicklungsbericht. Ihre Aussagen zu Komfort und Wasserablauf bleiben zugeschrieben und werden nicht als unabhängige Leistungstests dargestellt; aus einer Illustration wird keine genaue Lochzahl abgeleitet.

Belegübersicht

Verbundene Themen und Belege

Geprüfte Zusammenhänge

  • 13Eighty chairentworfen vonStefan Scholtendokumentiert

    Das gemeinsame Studio nennt Stefan Scholten und Carole Baijings als Gestalter von 13Eighty und datiert die Entwicklung auf 2014–2017. Es beschreibt mehr als 1300 Perforationen. HAYs Artikel von 2018 ist ein späterer Bericht, kein genaues Entwurfsdatum.

    Geprüft 26. Oktober 2026 von der PatinaHall-Redaktion.
    • Quelle 1Work or object record and accompanying maker account: 13Eighty chair. 13Eighty Chair
    • Quelle 2Work or object record and accompanying maker account: 13Eighty chair. 13Eighty Chair by Scholten and Baijings
  • 13Eighty chairentworfen vonCarole Baijingsdokumentiert

    HAY und das gemeinsame Studio nennen Carole Baijings neben Stefan Scholten. HAY beschreibt zwei Jahre Lochanpassung zur Entwicklung von Flexibilität und Komfort; das Studio erklärt auch Wasserablauf und wechselnde Transparenz. Das sind zugeschriebene Entwicklungsberichte, kein unabhängig gemessener Komfort- oder Belastungstest.

    Geprüft 26. Oktober 2026 von der PatinaHall-Redaktion.
    • Quelle 1Work or object record and accompanying maker account: 13Eighty chair. 13Eighty Chair
    • Quelle 2Work or object record and accompanying maker account: 13Eighty chair. 13Eighty Chair by Scholten and Baijings

Rechercheweg

Quellen und weiterführende Literatur

  1. 13Eighty ChairScholten & BaijingsAbgerufen 26. Oktober 2026
  2. 13Eighty Chair by Scholten and BaijingsHAYAbgerufen 26. Oktober 2026