Die Arbeit kann mit dem Auswählen beginnen
Bevor ein weiterer Gegenstand entsteht, kann jemand fragen, welche Dinge zusammen gesehen werden sollten. Renny Ramakers’ Arbeit zeigt die Tragweite dieser Wahl. Das Vitra Design Museum nennt die Designhistorikerin zusammen mit Gijs Bakker beim Beginn von Droog 1993.1
Ihre Präsentation in Mailand brachte verschiedene Designer und Experimente in einen gemeinsamen Blick. Es war keine einheitliche Möbelreihe, die nur ein neues Etikett brauchte. Auswahl machte Beziehungen zwischen Ansätzen sichtbar, die sonst getrennt geblieben wären. Eine gute Ausstellung kann eine Frage mitgeben, die nach dem Besuch weiterwirkt.
Kuratieren ist ein aktiver Teil des Entwerfens
In einem von Droog erneut veröffentlichten Interview beschreibt Ramakers eine Praxis von Ideen, Zusammenarbeit und Vorausschauen.2 Die kuratorische Rolle bringt Menschen zusammen und schafft eine Umgebung, in der ein Experiment verständlich werden kann.
Diese Aufgabe unterscheidet sich davon, jeden Gegenstand im Raum zu entwerfen. Die Unterscheidung macht die Zusammenarbeit interessanter. Ein Objekt hat einen eigenen Urheber; eine Auswahl verändert die Begegnung damit. Vertrautes Material neben einem anderen Experiment kann leichter Fragen, Gespräche oder einen neuen Auftrag auslösen.

Bestehende Dinge eröffnen ein weiteres Gespräch
Ramakers beschreibt bei Saved by Droog, wie unerwünschte Lagerbestände zum Ausgangspunkt neuer Arbeit wurden.3 Die Auswahl umfasste hier auch Dinge, die bereits in einem kommerziellen System feststeckten. Das Verfügbare wurde zur Entwurfsfrage statt zu etwas, das man ignoriert.
Der Reiz liegt darin, dass nützliche Kreativität nicht immer mit dem Hinzufügen eines weiteren Dings beginnen muss. Sie kann mit Wahrnehmen, Auswählen und Anordnen des Vorhandenen beginnen und dann andere zur Antwort einladen. Ramakers macht diese Einladung zu einem wesentlichen Teil der Arbeit.

