Kiefer, Gurtgeflecht und eine Schiebetür
Um 1940 reichten Porset und Guerrero einen Einrichtungsvorschlag bei MoMAs Latin American Competition for Organic Design in Home Furnishings ein. Er wurde zur Grundlage für Möbel, die 1947 für Bauernfamilien in Coyoacán, Mexiko, entwickelt wurden.3
Die Materialien haben konkrete Aufgaben. Kiefer bildet die Möbel; Ixtle, eine in Mexiko verfügbare Pflanzenfaser, bildet das Gurtgeflecht von Liege und Stuhl. Jute bespannt die Schiebetüren und das Seitenteil des Wandschranks.3
Dieses letzte Detail wird leicht übersehen. Eine Schrankfront muss nicht ein weiteres massives Brett sein: Eine gewebte Bespannung kann die Öffnung im Rahmen füllen. Der Vorschlag lässt danach suchen, wo Festigkeit nötig ist und wo eine gespannte oder gewebte Fläche die Arbeit übernehmen kann. Schlafen, Sitzen und Aufbewahren verlangen selbst innerhalb eines Raums unterschiedliche Antworten.

Die Kurve, die den Körper aufnimmt
Porset wurde in Kuba geboren und arbeitete in Mexiko. Ihre Möbel griffen dort bereits vertraute Formen auf, darunter den Butaque: einen niedrigen Stuhl mit zurückgeneigter Lehne. Sie entwarf Varianten dieses etablierten Typs.21
MoMAs auf etwa 1957 datiertes Exemplar verbindet schichtverleimtes Holz mit Korbgeflecht. Der Rahmen trägt eine geschwungene geflochtene Fläche, die vom Sitz in die Lehne übergeht. Folge dieser Linie, und der Entwurf wird leicht verständlich: Das Holz hält die Kontur, während das Geflecht den Raum am Körper ausfüllt.1
Neben den früheren Einrichtungsvorschlag gestellt, zeigt der Stuhl eine nützliche Verbindung. Geflecht kann einen ruhenden Menschen tragen oder einen Schrank schließen. Seine Rolle verändert sich mit Lage, Spannung und Rahmen. Vertraute Materialien lassen einer Gestalterin viel zu entscheiden.
Der zweite Name auf der Zeichnung
Porsets Beitrag fehlte in der ursprünglichen Urhebernennung des Wettbewerbsbeitrags. Das MoMA nennt sie heute neben Guerrero.3
Diese Korrektur ist für genau dieses Projekt wichtig. Ein Vorschlag zum gewöhnlichen häuslichen Leben entstand in Zusammenarbeit, doch die Dokumentation ließ zunächst eine Mitwirkende verschwinden. Beide Namen neben der Zeichnung zu bewahren, stellt einen Teil der Arbeit wieder her, den Kiefer und Geflecht allein nicht erzählen können.
Der Raum bleibt durch die Sorgfalt für bescheidene Aufgaben in Erinnerung: ein Körper, der auf Gurtgeflecht ruht, Dinge hinter einer Schiebebespannung. Diese alltäglichen Bedürfnisse verdienen bewusste Gestaltung, für wen auch immer der Raum bestimmt ist.
