Die Späne verlassen den Boden
Holzbearbeitung liefert mehr als fertige Bretter. Es entstehen auch Locken, Splitter und Späne, die meist aus der Möbelgeschichte verschwinden. Marjan van Aubels und James Shaws Well Proven Chair bringt dieses Material in den sichtbaren Körper eines Sitzes. NGV nennt beide gemeinsam und unterscheidet den Entwurf von 2012 vom eigenen, 2016 hergestellten Exemplar.1
Der Gegensatz macht den Gegenstand zugänglich. Ein erkennbares Holzgestell trifft auf einen unregelmäßigen, deutlich strukturierten Sitzkörper. Ein Teil spricht die vertraute Sprache des Holzstuhls; der andere gibt kleinen Werkstattfragmenten eine viel ungewohntere Aufgabe.
Zwei Arten, Holz einzusetzen
NGV nennt unter anderem Eschenholz, Holzspäne und Bioharz. Späne und Bindemittel werden zu einem geformten Verbund statt zu einem weiteren sauber geschnittenen Brett. Die ifa beschreibt das Projekt als Untersuchung von Materialien, die gewöhnlich als Abfall behandelt werden.2
Interessant ist das Treffen zwischen regelmäßigem Gestell und rauerem Körper darüber. Ihr Unterschied macht beide Verfahren sichtbarer. Holz kann als Schnittholz ausgewählt und bearbeitet werden, oder seine Fragmente werden zu einem anderen Material verbunden. Der Stuhl bringt diese Möglichkeiten nah genug zusammen, um sie ohne Musterschublade oder Labortisch zu vergleichen.

Ein Experiment braucht eine Möbelfrage
Der American Hardwood Export Council beschreibt die Zusammenarbeit innerhalb von Out of the Woods.3 Ein Sitz gab der Materialuntersuchung einen anspruchsvollen Alltagsgegenstand: erkennbar, um einen Menschen geformt und von einem Gestell getragen. Diese niederländisch-britische Zusammenarbeit entstand in London; der Bezug belegt keine Herstellung in den Niederlanden.
Der Wert liegt im Treffen von Experiment und Gebrauch. Die Geschichte liefert weder ein Harzrezept noch einen gemessenen Umweltvorteil. Sie ermöglicht aber einen erfreulichen Perspektivwechsel: Was bei der Holzbearbeitung übrig bleibt, kann an einem neuen Stuhl zuerst ins Auge fallen.
