Um die Tischplatte gehen
Die quadratische Platte ist erst der Anfang. Darunter unterbrechen senkrechte Flächen einander, statt an jeder Ecke dieselbe Anordnung zu wiederholen. Ein Kreis am Boden bringt eine andere Geometrie hinzu. Der Tisch scheint im Raum komponiert und zugleich als Umriss gezeichnet.
Die Rietveld Stichting beschreibt den kleinen Tisch als asymmetrisch. Das Wort wird nützlich, wenn man den Standort wechselt: Eine breite Fläche erscheint aus einer anderen Richtung als schmale Kante, und eine vermeintliche Öffnung schließt oder öffnet sich. Das Möbel gibt dem Raum verschiedene Ansichten.2
Farbe macht die Teile lesbar
Das Met verzeichnet für sein Exemplar bemaltes Buchenholz und buchfurniertes Sperrholz. Farbe lässt eine Fläche als eigenes Element erscheinen, bevor das Auge der Holzmaserung folgt. Deutliche Unterschiede zwischen Oberflächen machen ihre Überschneidungen besser lesbar.1
So lohnt es sich, einen kleinen Gegenstand anzusehen. Fragen Sie nicht nur, ob die Platte genügend Platz bietet, sondern beachten Sie das wechselnde Verhältnis von Grundfläche, senkrechten Teilen und der Luft dazwischen. Ein Beistelltisch kann mit diesem kleinen Stück Raum viel anfangen.

Ein Entwurf, eine spätere Fertigung
Das Met trennt den Entwurf von 1923 von der Fertigung seines Tisches im Jahr 1981 und nennt Gerard van de Groenekan als Hersteller. Das spätere Objekt trägt eine frühere räumliche Idee; es lässt die dazwischenliegenden Jahre nicht verschwinden.1
Diese Unterscheidung hält auch das eigentliche Vergnügen im Blick. Was der Entwurf weiterträgt, ist eine Komposition, die sich erneut verändert, sobald jemand an ihr vorbeigeht.

