Entwurfsgeschichte

Smoke: was das Feuer überlebt

Ein vertrauter Stuhl kann nach einer radikalen Veränderung seiner Oberfläche erkennbar bleiben. Smoke arbeitet in diesem unruhigen Zwischenraum: Die alte Form ist da, doch übliche Oberfläche und Assoziationen sind unterbrochen. Baas machte diese Unterbrechung sichtbar und fixierte das veränderte Objekt in einem neuen Zustand.

Redaktionelle Rekonstruktion eines geschwärzten traditionell wirkenden Sessels mit erkennbaren geschnitzten Konturen auf dunkler strukturierter Oberfläche.
PatinaHall editorial reconstruction. It is not a documentary photograph. Redaktionelle Rekonstruktion, keine dokumentarische Fotografie. Ein erdachter geschwärzter Sessel erklärt erkennbare Form unter veränderter Oberfläche. Er ist weder Baas-Kunstwerk noch identifizierte Antiquität oder Anleitung zur Wiederholung des Verfahrens.
Auf dieser Seite
Kernfakten und Erkenntnisse

Auf einen Blick

Thema
Smoke furniture
Artikeltyp
Entwurfsgeschichte
Zuletzt geprüft
23. Oktober 2026
Entworfen
2002dokumentiert

Drei Dinge, die du behalten solltest

  1. Smoke begann als Baas’ Abschlussarbeit 2002.
  2. Das dokumentierte Verfahren verbindet Verkohlen und klares Epoxidharz.
  3. Spätere Aufträge und Where There’s Smoke sind nicht mit den ersten Stücken identisch.

Beschädigung wird Teil des Objekts

Smoke beginnt dort, wo eine Möbelgeschichte gewöhnlich enden könnte. Maarten Baas verkohlte bestehende Stücke und bewahrte ihre veränderten Oberflächen mit klarem Epoxidharz. Die Beschädigung wurde zum sichtbaren Teil eines neuen Objekts statt zu einem Zustand, den es zu verbergen galt. Sein Studio datiert die ersten Arbeiten auf sein Abschlussprojekt 2002.1

Die Kontur kann erkennbar bleiben, während die Oberfläche ihre Lesart verändert. Eine herkömmliche Stuhlform trägt eine unregelmäßige schwarze Haut. Vertraute Form und auffällige Veränderung bestehen nebeneinander und lassen den Betrachter fragen, welcher Teil der Objektidentität erhalten blieb.

Ein Museum gab bestimmten Objekten eine andere Rolle

Das Groninger Museum beschreibt Baas’ Arbeit mit antiken Möbeln aus seiner Sammlung, darunter ein später mit Leder bezogener Stuhl. Seine Darstellung verzeichnet Verkohlung und Behandlung mit transparentem Harz. Sie zeigt einen bestimmten Eingriff in bestimmte Möbel statt eines allgemeinen Rezepts für alte Objekte.2

Dieser Zusammenhang ist wesentlich. Ein Stuhl kann im Depot ein relativ anonymes Leben führen und durch den Eingriff eines Künstlers auffällig werden. Seine neue Sichtbarkeit löscht die frühere Form nicht aus. Die Verwandlung braucht etwas Erkennbares, das sie verändern kann.

Drei Stuhlsilhouetten wechseln von Holzfarbe zu geschwärzter Form und dunkler bewahrter Oberfläche.
Original PatinaHall schematic, not to scale. Eigenes redaktionelles Schema, nicht maßstabsgerecht. Vertraute Form, veränderte Oberfläche und bewahrtes Ergebnis sind Phasen der Projektidee. Die Skizze nennt keine Prozesseinstellungen oder Anweisungen.

Wiedererkennen verändert die Frage

Das spätere Projekt Where There’s Smoke umfasste etablierte Entwürfe anderer Möbelgestalter. Baas’ Studio verbindet die Serie mit der Galerie Moss 2004. Ein bekannter Entwurf verleiht der Veränderung eine andere Kraft: Der Betrachter weiß vielleicht bereits, wie das Stück aussehen sollte.3

Das Ergebnis wirft Fragen nach Pflege, Dauerhaftigkeit und Wert auf. Diese Fragen müssen keine gemeinsame Antwort haben. Ein Objekt zu bewahren kann heißen, eine Oberfläche zu erhalten; in diesem Projekt folgt das Bewahren auf deren bewusste Veränderung.

Die Familie hat mehr als einen Anfang

Smoke umfasst die ersten Abschlussarbeiten, spätere Aufträge und Eingriffe in unterschiedliche bestehende Möbel. Sie dürfen nicht zu einem einzigen wiederholbaren Antiquitätenmodell zusammengezogen werden. Das Ausgangsobjekt, der Eingriff und der spätere Auftrag tragen jeweils eine Schicht zur Geschichte bei.1

Die von den Quellen beschriebene Technik gehört zu professionell hergestellten Arbeiten und ist kein hier angebotenes Verfahren zum Verbrennen oder Beschichten von Möbeln. Hilfreich ist die Frage, worauf die veränderte Oberfläche den Blick lenkt. Ein Objekt kann vertraut genug zum Wiedererkennen bleiben und zugleich fremd genug werden, um seine frühere Erscheinung erinnernswert zu machen.

RecherchenotizenBelege, Zusammenhänge und Grenzen

Smoke wird als zusammenhängende Projektfamilie behandelt, nicht als wiederholbares Antiquitätenmodell. Museum und Studio beschreiben professionell hergestellte Objekte; der Artikel gibt keine Anleitung zum Verbrennen, Auftragen von Harz oder Beurteilen sicherer Nutzung.

Belegübersicht

Verbundene Themen und Belege

Geprüfte Fakten

  • Entworfen 2002dokumentiert

    Smoke wird als zusammenhängende Projektfamilie behandelt, nicht als wiederholbares Antiquitätenmodell. Museum und Studio beschreiben professionell hergestellte Objekte; der Artikel gibt keine Anleitung zum Verbrennen, Auftragen von Harz oder Beurteilen sicherer Nutzung.

    Geprüft 23. Oktober 2026 von der PatinaHall-Redaktion.
    • Quelle 1Smoke: graduation project and subsequent commissions

Geprüfte Zusammenhänge

  • Smoke furnitureentworfen vonMaarten Baasdokumentiert

    Der zitierte Eintrag benennt den Gestalter dieses Entwurfs oder dieser zusammenhängenden Projektfamilie.

    Geprüft 23. Oktober 2026 von der PatinaHall-Redaktion.
    • Quelle 1Smoke: graduation project and subsequent commissions
  • Smoke furnitureverwendet TechnikWood charringdokumentiert

    Das Studio beschreibt Verkohlen mit anschließender Konservierung als Projektprozess, ohne ein Nutzerverfahren bereitzustellen.

    Geprüft 23. Oktober 2026 von der PatinaHall-Redaktion.
    • Quelle 1Smoke: graduation project and subsequent commissions

Rechercheweg

Quellen und weiterführende Literatur

  1. Smoke: graduation project and subsequent commissionsMaarten BaasAbgerufen 23. Oktober 2026
  2. Smoke fauteuil, collection item 23461Groninger MuseumAbgerufen 23. Oktober 2026
  3. Where There's SmokeMaarten BaasAbgerufen 23. Oktober 2026