Ein Stuhl mit wechselnder Dichte
Die interessante Veränderung in Joris Laarmans Aluminium Gradient Chair geschieht innerhalb des Materials. Offene Zellbereiche gehen in dichtere über. Die NGV beschreibt einen 3D-gedruckten Aluminiumstuhl, dessen Computeralgorithmus Zellen, Stärke und Muster nach strukturellen Anforderungen variiert.1
Damit wird Dichte Teil der Zeichnung. Ein Designer kann einen Stuhl durch seine Außenkontur beschreiben; hier wird auch die Verteilung des Materials darin zu einer sichtbaren Entscheidung. Manche Stellen können sich öffnen, während andere zu massivem Metall übergehen.
Das Museum vergleicht das Prinzip mit Knochen und Pflanzen. Der hilfreiche Punkt ist die Variation: Verschiedene Bereiche können unterschiedlich viel Struktur erhalten. Der Vergleich erklärt, wie verschiedene Stellen unterschiedliche Materialmengen bekommen können.1

Ein Aluminiumprototyp
Die NGV verzeichnet das Objekt als Microstructures, aluminium gradient chair, prototype, datiert 2014. Auch der Triennial-Text bezeichnet es als strukturellen Prototyp aus Aluminium. Beide Angaben betreffen dasselbe Werk, Inventarnummer 2016.425.12
Der Sammlungseintrag trennt zwei Rollen: Joris Laarman entwarf es, und Joris Laarman Lab in Amsterdam stellte es her. So bleibt das Materialexperiment mit der Werkstatt verbunden, die dieses bestimmte Objekt realisierte.1
Ein Prototyp gibt einer Frage einen physischen Maßstab. Hier lässt sie sich über die Breite eines Sitzes und die Höhe eines Rückens erkennen: Wie sollte ein Stuhl sein Material verteilen?
Durch die Oberfläche blicken
Ein offener Zellbereich lässt den Blick in und durch die Struktur gehen. Ein dichterer Bereich unterbricht ihn. Der Übergang macht die Oberfläche komplexer als eine gleichmäßige Platte.
Am aufschlussreichsten ist es, einer Veränderung zu folgen. Man bemerkt, wo Öffnungen sich zu schließen beginnen, und verfolgt das Muster in einen massiveren Bereich. Der Stuhl macht Variation sichtbar, auch wenn bloßes Betrachten nicht bestätigt, wie viel Gewicht ein Teil tragen kann.
Die einprägsame Idee ist präzise: Ein Stuhl muss nicht überall dieselbe Materialdichte haben. Hier wird das Herstellen dieser Unterschiede zur Form.
