In die Materialbegegnung hineinsehen
Ein poliertes Harzvolumen kann Licht scheinbar zu Farbe verdichten. Ein leuchtendes Objekt kann die Wahrnehmung seiner Umgebung verändern. Marcelis’ Arbeit lädt zu dieser Aufmerksamkeit ein, bevor eine aufwendige Silhouette sie fordert.
Die Art Gallery of South Australia beschreibt eine in den Niederlanden geborene und in Neuseeland aufgewachsene Designerin mit einer 2011 etablierten Praxis. Ihr Bericht zu Shadow light stellt Material und Licht ins Zentrum.1 Diese Experimente reichen über ein einzelnes Möbelobjekt hinaus.
Möbel sind ein Ort für das Experiment
Candy Cube bietet eine direkte Begegnung von einfachem Volumen und wechselndem Licht. MoMAs Künstlereintrag enthält ihn als ein Beispiel von Marcelis’ Arbeit.3 Die Zurückhaltung des Würfels lässt das optische Materialverhalten viel von der Erfahrung tragen.
Andere Projekte beginnen mit vorhandener Möbelgeschichte. Spectrums Soap Edition zeigt eine Harz-Neuinterpretation in Verbindung mit Martin Vissers SE69.2 Die neue Materialbegegnung macht Marcelis nicht zur ursprünglichen Designerin von Vissers Stuhl. Eine genaue Beziehung hält beide Beiträge sichtbar.

Die Mitwirkenden im Bild behalten
Spectrums Bericht gibt diesem Möbelexperiment einen konkreten Herstellerkontext.2 Materialeffekte werden durch Zusammenarbeit mit Menschen und Produktionswissen zu Gegenständen, nicht allein durch eine abstrakte Vorliebe für Farbe.
Die Kontinuität liegt in einer konzentrierten Neugier darauf, was Materialien mit Licht bewirken können. Möbel, Spiegel und leuchtende Objekte werden zu verschiedenen Umgebungen dieser Frage. Das Ergebnis regt zu einem langsameren Blick auf sonst selbstverständliche Oberflächen an.
