Ein Ast liefert die Teile
Stripped beginnt mit einem Ast und macht durch gezielte Veränderungen eine Leuchte daraus. In Floris Wubbens eingereichtem Bericht wird der untere Teil in drei Beine gespalten, während Rinde abgeschält und zum Schirm gewunden wird. Das Material liefert sowohl einen aufrechten Träger als auch eine Hülle für das Licht.1
Die Folge ist leicht nachzuvollziehen, weil der Ast erkennbar bleibt. Spalten, Schälen und Winden verändern seine Form und halten zugleich die Herkunft der Teile im Blick.
Jede Handlung verändert auch die Aufgabe eines Teils. Das gespaltene Ende spreizt sich zu Trägern. Die Rinde, die zuvor den Ast bedeckte, wird zum Schirm. Ein vertrautes Naturmaterial durchläuft mehrere Rollen innerhalb eines Objekts.

Von der Rinde zum Schirm
Der Schirm ist die überraschendste Wendung. Rinde beginnt als Außenseite eines Holzstücks; getrennt und gewunden kann sie eine andere umschließende Form beschreiben.
So entsteht eine visuelle Beziehung zwischen oben und unten. Aufrechter Teil und Schirm bleiben als verwandtes Material verständlich, obwohl sie jetzt verschiedene Stellen einnehmen.
Das eröffnet einen Zugang zu Wubbens Materialinteressen. Sein Studiobericht beschreibt eine Praxis rund um die Beziehung zwischen Naturmaterialien, Herstellungsprozessen und geformten Objekten. Stripped zeigt diese Frage besonders direkt, weil der ursprüngliche Ast so lesbar bleibt.3
Eine veröffentlichte Idee mit klarer Kontur
Ein Designboom-Artikel über die Leuchte erschien am 26. September 2012. Der vom Designer eingereichte Bericht steht in einem Wettbewerbskontext von 2013. Die Veröffentlichungen belegen zwei Präsentationsanlässe, kein genaues Datum des ersten Entwurfs.21
Unten lässt das Spalten ein Stück zu drei Punkten auf dem Boden reichen. Oben findet abgeschälte Rinde einen neuen Umfang. Der Ast gibt der Leuchte einen Anfang, die Veränderungen geben ihr Form.
