Eine Holzaufgabe nimmt einen Umweg
In einem Interview zur ersten NewspaperWood-Kollektion erinnerte sich Mieke Meijer an eine Workshopaufgabe von 2003 an der Design Academy Eindhoven. Das Nachdenken über Holz und Papier führte sie zur Frage, ob Papier wieder eine holzartige Form bekommen könnte.1
Die Frage war produktiv, weil sie den Ausgangspunkt veränderte. Statt zuerst einen Schrank zu entwerfen und eine Oberfläche auszuwählen, begann sie mit den Möglichkeiten eines Materials. Möbel sollten eine Möglichkeit werden, dessen Potenzial zu erkunden.
Das Interview verfolgt die Entwicklung mit Vij5 und die Präsentation der ersten Kollektion 2011 in Mailand. Die Idee brauchte einen Weg vom studentischen Experiment zu Formen, die andere Gestalter nutzen konnten.1
Der Schnitt zeigt eine andere Art von Maserung
Der Bericht zum New Material Award beschreibt verleimte Zeitungslagen, die zu Brettern geschnitten und mit Verfahren der Holzbearbeitung wie Sägen, Fräsen und Schleifen bearbeitet werden. Die Schnittfläche macht die Lagen als Maserung sichtbar.3
Diese Maserung verzeichnet eine andere Geschichte als das Wachstum eines Baums. Ihre Linien gehören zum Zusammenführen von Blättern. Genaues Hinsehen liest die Ordnung eines neuen Zusammenbaus, statt nach Jahresringen zu suchen.
Die Ähnlichkeit mit Holz lädt zum Betrachten ein, doch der Unterschied macht das Material interessant. Papier ist biologisch nicht wieder zum Baum geworden. Sein Schichtaufbau erhält eine neue visuelle und praktische Aufgabe im Einrichtungsobjekt.

Der Schrank beginnt beim Material
Vij5 beschreibt Breg Hanssens Framed-Schränke als Entwürfe, die um NewspaperWood herum entstanden. Ihr Stahlrahmen trägt die Platten und gibt dem Material einen klaren sichtbaren Platz. Der Schrank kam 2011 in die Kollektion.4
Der Herstellungsbericht trennt die Aufgaben: Das Material wird als Furnier produziert, zu Platten verarbeitet und mit der Metallstruktur des Möbels zusammengebaut. Das Ganze NewspaperWood zu nennen würde die Arbeit der anderen Materialien und Hersteller verdecken.4
Es ist ein anschauliches Beispiel dafür, wie ein Material den Entwurf eines Objekts lenkt. Der Rahmen liefert eine lesbare Grenze, die papierbasierte Oberfläche eine Maserung mit eigener Vergangenheit.
Ein Material kann sein Format wechseln
Der Eintrag zu New Hybrids beschreibt eine spätere papierdünne Entwicklung, bei der Faltungen das Material verstärken. Das ist eine weitere Arbeit mit seinem Schichtcharakter und kein Beleg dafür, dass jede Anwendung dieselbe Dicke oder denselben Träger nutzt.2
Der Unterschied zwischen Block, Furnier und gefalteter Bahn zeigt, weshalb Materialentwicklung nicht mit einem einprägsamen Muster endet. Verschiedene Formate ermöglichen unterschiedliche Objekte. Bei NewspaperWood wird die bedruckte Fläche von gestern zum Ausgangspunkt für die Möbelfrage von morgen.
