Ein Streifen folgt einem nützlichen Weg
Gijs Bakkers Strip macht den Verlauf eines Holzstreifens sehenswert. Das Studio beschreibt sechs laminierte Buchenstreifen, mit Dübeln verbunden und mit Eschenfurnier versehen. Das Centraal Museum verzeichnet seinen von Castelijn hergestellten Stripstoel SC als Entwurf von 1974.21
Der Stuhl gibt einer Linie Breite, Stärke und eine Aufgabe. Entlang des gebogenen Materials verbindet der Blick die Kontaktfläche mit den Stützen darunter. Der Weg gehört zur Erklärung und ist keine dekorative Kurve auf einem ansonsten üblichen Gestell.
Biegen verändert die Möbelsprache
Laminieren und Biegen lassen vergleichsweise dünnes Holz Kurven folgen, die ein gerades Brett nicht einfach annehmen kann. Der Museumseintrag unterscheidet Buche und Esche; das Studio erklärt die geschichteten Streifen und ihre Verbindung. Zusammen machen die Angaben den Aufbau verständlicher, ohne eine Biegeschablone für die Werkstatt zu liefern.
Einem Streifen zu folgen und dann den Zwischenraum daneben zu betrachten lohnt sich. Wiederholung gibt Rhythmus, während die Abstände die Form offen halten. Das Auge wechselt zwischen einzelnen Wegen und dem ganzen Stuhl. Die Idee wird besonders anschaulich, wenn das Holz als Streifen erkennbar bleibt.

Genug Struktur, um die Idee zu lesen
Das SC-Exemplar besitzt eigene Materialangaben und Maße. Sie sollten nicht beliebig auf andere gebogene Holzarbeiten Bakkers oder eine Armlehnvariante übertragen werden. Der konkrete Entwurf macht den Einfallsreichtum deutlicher.
Strip bittet ein vertrautes Material, die Richtung zu wechseln, und einen vertrauten Gegenstand, diesen Wechsel zu zeigen. Ein Stuhl kann wie ein Liniengefüge wirken und zugleich sorgfältig zusammengesetztes Möbel bleiben. Der Reiz liegt darin, dem Weg zu folgen und allmählich zu entdecken, warum daraus ein Sitzplatz wird.
