Räume Ablenkungen weg, nicht die Geschichte
Räume persönliche Dinge von der Oberfläche und dem Boden daneben. Lass Etiketten, vorhandene Beschläge und gewöhnliche Gebrauchsspuren am Möbelstück. Entferne losen Staub nur, wenn das Material es verträgt. Es geht um Fotos, nicht darum, eine Tischplatte einzuölen, damit sie frisch restauriert aussieht.
Nutze einen ruhigen Bereich im Raum, in dem das ganze Möbelstück ins Bild passt. Ein Fenster an der Seite macht die Form meist besser erkennbar als ein helles Fenster direkt hinter dem Objekt. Vermeide starkes warmes Lampenlicht zusammen mit Tageslicht, wenn es auf die Farbe ankommt. Verdeckt eine Spiegelung die Oberfläche, mache eine weitere Aufnahme, statt die Spiegelung wegzuretuschieren.
Bewege bei einem schweren Schrank lieber die Kamera und kleine störende Gegenstände, statt das Möbel allein zu verschieben. Ein sicherer Zugang zur Rück- oder Unterseite ist wichtiger, als eine Fotoliste um jeden Preis abzuarbeiten.
Geh etwas zurück und halte das Smartphone gerade

Beginne mit der normalen Kameraansicht und genügend Abstand, damit das ganze Objekt aufs Bild passt. Halte das Smartphone ungefähr auf Höhe des Bereichs, den du fotografierst. Für eine gerade Frontalansicht sollte es parallel zur Vorderseite des Schranks stehen. Wirkt die Oberseite viel breiter als der Sockel, ändere deinen Standort, statt die übertriebene Perspektive hinzunehmen.
Nutze nicht allein deshalb den Ultraweitwinkel, weil der Raum eng ist. Nahe Teile können dadurch unverhältnismäßig groß wirken. Mache die bestmögliche klare Gesamtaufnahme, ergänze einzelne Ansichten schwer erfassbarer Bereiche und gib die Maße im Angebot an. Ein Foto ist keine maßstäbliche Zeichnung.
Mache auch eine Dreiviertelansicht. Die Frontalansicht zeigt die Anordnung von Türen und Schubladen; die schräge Ansicht macht Tiefe, Beine und vorspringende Details erkennbar. Wähle ein ansprechendes Titelbild, auf dem trotzdem das ganze Objekt zu sehen ist.
Acht hilfreiche Ansichten, passend zum Möbelstück
| Ansicht | Welche Käuferfrage sie beantwortet |
|---|---|
| Vollständige Vorderansicht oder beste Gesamtansicht | Was genau wird verkauft? |
| Dreiviertelansicht | Wie tief und wuchtig ist das Stück? |
| Seite | Wie sieht das Möbelstück von der Seite aus, und in welchem Zustand ist diese Seite? |
| Rückseite oder sicher zugängliche Unterseite | Wie ist es konstruiert und was bleibt von vorn verborgen? |
| Geöffnete Türen, Schubladen oder Auszug | Was funktioniert und was gehört dazu? |
| Kennzeichnungen und ihre Lage am Möbelstück | Worauf stützt sich die Zuschreibung? |
| Schaden im Zusammenhang und im Detail | Wo liegt das Problem und wie groß ist es? |
| Mitverkaufte lose Teile | Gehören Schlüssel, Einlegeplatten, Einlegeböden oder Kissen zum Angebot? |
Zeige bei einem Stuhlsatz alle Stühle zusammen und gib jedem in deinen Notizen eine einfache Kennung. Ist Stuhl drei repariert, muss in Beschreibung und Bildfolge klar bleiben, welcher gemeint ist. Lass den Zustand eines guten Stuhls nicht für den gesamten Satz stehen.
Gleichmäßigkeit ist hilfreicher als dramatisches Licht
Fotografiere die Hauptbildfolge bei ähnlichem Licht. Vermeide Filter, die das Holz wärmer erscheinen lassen, die Maserung verstärken oder Kratzer entfernen. Eine kleine Belichtungskorrektur, die das Bild der tatsächlichen Szene annähert, ist etwas anderes als das Wegretuschieren von Gebrauchsspuren. Bewahre die Originaldateien auf, damit du spätere Fragen mit einer unveränderten Aufnahme beantworten kannst.
Fotografiere einen Schaden zunächst mit genügend Abstand, damit seine Lage erkennbar ist, und gehe dann näher heran. Lege einen Maßstab daneben, wenn das sicher und hilfreich ist. Zoome nicht so weit hinein, dass Details verloren gehen. Mache stattdessen aus kürzerer Entfernung ein weiteres scharfes Foto.
Sage dem Käufer, was die Bilder nicht zeigen können: Wie sich eine Schublade bewegt, ob ein anhaltender Geruch besteht oder wie sich eine Sitzfläche bei der Benutzung verhält, kann eine schriftliche Beschreibung oder Besichtigung erfordern. Ein kurzes Video bei gewöhnlicher Nutzung kann die Fotos ergänzen, sofern es sich sicher aufnehmen lässt. Es sollte aber kein Belastungstest sein.
Prüfe zum Schluss Privatsphäre und Genauigkeit
Achte im Hintergrund auf Adressen, Familienfotos, Dokumente, Spiegelbilder von Personen und Fahrzeugkennzeichen. Apple erklärt, wie Fotos Standortdaten enthalten können und wie du diese beim Teilen entfernst oder deaktivierst. Andere Smartphones haben eigene Einstellungen. Prüfe die exportierten Dateien und verlass dich nicht darauf, dass ein Marktplatz die Standortdaten für dich entfernt.[1]
Bevor das Angebot online geht
Zeigt das Titelbild das ganze Möbelstück? Sind Maße, mitverkaufte Teile und bekannte Reparaturen angegeben? Lässt sich jeder Schaden anhand der Bildfolge verorten? Habe ich Farbe und Gebrauchsspuren ehrlich wiedergegeben, die Schärfe geprüft und private Hintergrunddetails sowie Standortinformationen entfernt?
Lade zuerst die Gesamtansichten hoch und ordne die Detailbelege in einer nachvollziehbaren Reihenfolge an. Eine hilfreiche Fotoreihe sollte einem ernsthaften Käufer ermöglichen, ein oder zwei letzte Fragen zu stellen. Sie sollte ihn nicht erst dazu zwingen, die von Anfang an nötigen Aufnahmen anzufordern.
